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Künftige Klimaentwicklung in Sachsen

Regionale Klimaprojektionen

Zur Abschätzung einer zukünftig möglichen Entwicklung der regionalen Klimarahmenbedingungen werden regionale Klimaprojektionen, als Ergebnisse von regionalen Klimamodellen, verwendet. Regionale Klimamodelle liefern Informationen über die räumliche und zeitliche Differenzierung des  globalen Klimawandels bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass alle Klimaprojektionen mit Unsicherheiten behaftet sind. Aus der Verwendung von Modell-Ensembles resultieren Bandbreiten, durch die Unsicherheitsbereiche beschrieben werden. Die Bandbreiten bzw. Unsicherheiten erschweren konkrete Klimafolgenbetrachtungen. Die Unsicherheiten sind eine Folge der Unvorhersehbarkeit einer künftigen sozioökonomischen Entwicklung und der Abbildung klimarelevanter Prozesse in Modellen, bspw. das Auftauen des Permafrostbodens unter Freisetzung von Methan und Kohlendioxid. Dieser Prozess führt zu einem Anstieg der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre und folglich zu einem globalen Temperaturanstieg. Derartige Prozesse sind mit kritischen Schwellen, den sog. Kipp-Punkten (engl. tipping points), im Klimasystem verbunden. Das Klimasystem reagiert bei bestimmten Größenordnungen des Temperaturanstiegs, d. h. bei den Kipp-Punkten, mit starken Veränderungen im System. Zu diesen Veränderungen gehören: abrupte Klimaänderungen, unumkehrbare Prozesse und langfristige, starke Klimaänderungen. Es besteht die Gefahr, dass derartige Klimaänderungen die Anpassungsmöglichkeiten der menschlichen Gesellschaft überfordern oder sogar unmöglich machen.

»WEREX-V-Ensemble« und seine Weiterentwicklung

Mit der Entwicklung und Fortschreibung des für Klimafolgenuntersuchungen favorisierten Regionalisierungsverfahrens WEREX (sächsische Spezifikation des Modells WETTREG) beteiligt sich der Freistaat Sachsen seit ca. 15 Jahren intensiv an der Erzeugung regionaler Klimaprojektionen. Die Klimaprojektion für Sachsen »WEREX-V-Ensemble« (2011), basierend auf den Emissionsszenarien für den 4. IPCC-Report, wird zurzeit durch die Fortschreibung »WMSax 2.0« (berücksicht auch die sog. repräsentativen Konzentrationspfade aus dem 5. IPCC-Report) abgelöst.

Weiterentwicklung regionaler Projektionen für die Analyse des Potenzials von Extremereignissen

Die bisherigen Klimamodelle waren auf die Projektion von Mittelwerten meteorologischer Parameter, z. B. der Lufttemperatur, unter zukünftig möglichen Klimabedingungen gerichet. Für die Einschätzung von zukünftig möglichen Extremen sind sie nicht geeignet. Eine neue Modellgeneration für Sachsen »WMSax 2.0« wurde erarbeitet . Deren Überprüfung mit einem programmunterstützten  Werkzeug zur Einschätzung der Leistungsfähigkeit modellierter Klimadatensätze erfolgt zurzeit (siehe Berichte unten).

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