Hauptinhalt

Trockenheit

Teich mit niedrigem Wasserstand und Algenblüte im Schlosspark Reinhardtsgrimma im Mai 2018
Schlosspark Reinhardtsgrimma  © LfULG, A. Hausmann
Die  Änderungen im Temperatur- und Niederschlagsregime begünstigen besonders seit Herbst 2013  zunehmend Aufbau und Ausmaß von Trockenheit. Längerfristige Niederschlagsdefizite und kurzfristige Niederschlagsüberschüsse (Starkregen) treten gleichzeitig auf. Hohe Temperaturen verstärken infolge der Verdunstung die Wirkung eines Niederschlagdefizites.

November 2017 bis heute

Abweichungen der Lufttemperatur in Sachsen für die Monate November 2017 bis März 2021

Von November 2017 bis März 2021 war es um + 2,1 K vs. 1961-1990 bzw. + 1,1 K vs. 1991-2020 wärmer.

Abweichungen der Sonnenstunden in Sachsen für die Monate November 2017 bis März 2021

Der Überschuss an Sonnenstunden betrug + 23 % vs. 1961-1990 bzw. + 11 % vs. 1991-2020.

Die klimatische Wasserbilanz ergibt sich aus der Differenz von Niederschlag (korrigiert) und potentieller Verdunstung (Gras-Referenz) und bezeichnet das potentielle Wasserdargebot.

Abweichungen für Niederschlag, Gras-Referenzverdunstung, klimatische Wasserbilanz für die Monate November 2017 bis März 2021 in Sachsen

Bilanzierung der atmosphärischen Bedingungen von November 2017 bis März 2021 (vs. 1961-1990)

Niederschlag: - 416 l/m² (- 16 %)

Gras-Referenzverdunstung: + 300 l/m² (+ 18 %)

klimatische Wasserbilanz: - 716 l/m² (- 76 %)

Das aufgebaute Niederschlagsdefizit in Sachsen ist regional unterschiedlich ausgeprägt.

Karte Sachsen mit Darstellung des Niederschlagsdefizits im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961 bis 1990

gegenüber 1961-1990

Von November 2017 bis März 2021 baute sich ein kumulatives Niederschlagsdefizit von – 416 l/m² (– 16 %) auf.

gegenüber 1991-2020

Von November 2017 bis März 2021 baute sich ein kumulatives Niederschlagsdefizit von – 483 l/m² (– 18 %) auf.

Aufgrund des sehr hohen thermischen Niveaus und des Überschusses an Sonnenstunden erhöhte sich die potentielle Verdunstung (Sättigungsdefizit der Atmosphäre). Auf diese hohe atmosphärische Sogwirkung reagiert die Landoberfläche mit der tatsächlichen Verdunstung, was hohe Verdunstungsraten von Wasserflächen und bei anhaltenden Niederschlagsdefiziten eine weitgreifende Ausschöpfung des Bodenwassers bis in tiefere Schichten zur Folge hat. Hinzu kommt, dass Wassermangel die tatsächliche Verdunstung unterdrückt und sich somit die bodennahe Luft zusätzlich erwärmt.

gegenüber 1961-1990

Von November 2017 bis März 2021 baute sich ein kumulativer Überschuss von + 300 l/m² (+ 18 %) auf.

gegenüber 1991-2020

Von November 2017 bis März 2021 baute sich ein kumulativer Überschuss von + 177 l/m² (+ 10 %) auf.

Die klimatische Wasserbilanz ergibt sich aus der Differenz von Niederschlag (korrigiert) und potentieller Verdunstung (Gras-Referenz) und bezeichnet das potentielle Wasserdargebot.

Für das System Boden-Pflanze-Atmosphäre stellt das gleichzeitige und anhaltende Auftreten (Einwirkzeit!) von Temperatur- und Niederschlagsextremen besondere Risiken mit weitreichenden Folgen dar.

gegenüber 1961-1990

Von November 2017 bis März 2021 baute sich ein kumulatives Defizit von – 716 l/m² auf.

gegenüber 1991-2020

Von November 2017 bis März 2021 baute sich ein kumulatives Defizit von – 660 l/m² auf.

Klimatologie

Die klimatische Wasserbilanz ergibt sich aus der Differenz von Niederschlag (korrigiert) und potentieller Verdunstung (Turc-Wendling) und bezeichnet das potentielle Wasserdargebot.

1961-1990 (Klima-Referenzperiode):

klimatische Wasserbilanz: ca. 142 l/m²

Niederschlag (korrigiert): ca. 770 l/m²

potentielle Verdunstung: ca. 628 l/m²

1991-2019 (29 Jahre)

klimatische Wasserbilanz: ca. 130 l/m² (- 8 % vs. 1961-1990)

Niederschlag (korrigiert): ca. 800 l/m² (+ 4 % vs. 1961-1990)

potentielle Verdunstung: ca. 670 l/m² (+ 7 % vs. 1961-1990)

2011-2019 (9 Jahre):

klimatische Wasserbilanz: ca. 60 l/m² (-58 % vs. 1961-1990)

Niederschlag (korrigiert): ca. 755 l/m² (- 2 % vs. 1961-1990)

potentielle Verdunstung: ca. 695 mm (+ 11 % vs. 1961-1990)

Der Index nach de Martonne zielt auf die pflanzenphysiologische Wirkung des Niederschlags ab und liefert ein einfaches Maß für die Trockenheit eines Lebensraumes. Er ist definiert mit dM = RR/(T+10), wobei RR der unkorrigierte Niederschlag (mm) eines Bezugszeitraumes (z. B. Jahreszeit) und T die Mitteltemperatur (°C) des Bezugszeitraums ist. Die Temperatur fungiert hier als Proxy für die Verdunstung. Aufgrund der geringen Datenanforderung lassen sich vergleichsweise lange Zeitreihen berechnen und hinsichtlich Klimawandel bewerten.

Abweichungen für den mittleren, jährlichen de Martonne-Index in den Dekaden 1881 bis 2020

Der Index nach de Martonne harmoniert mit der klimatischen Wasserbilanz und kann als atmosphärische Rahmenbedingungen für Feuchte- und Trockenphasen interpretiert werden.

Trockenheitsmerkmale in Sachsen (2021)

Erarbeitung von Optionen zur Erfassung und Abschätzung der zeitlichen Entwicklung von Trockenheitsmerkmalen für sich ändernde Klimabedingungen im Freistaat Sachsen

zurück zum Seitenanfang