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Wasserwirtschaft

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(© LfULG)

Hungerstein an der Elbe in Pillnitz.

Ein Bild eines sogenannten Hungersteins, der nur bei extremem Niedrigwasser zum Vorschein kommt.
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(© LfULG)

Durch wildabfließendes Wasser abgeschwemmter Boden in Folge eines Starkregenereignisses.

Abgeschwemmter Boden auf einer Straße nach einem Starkregenereignis

Die veränderte Niederschlagsverteilung und die zunehmende Verdunstung beeinträchtigen gleichzeitig Wassermenge und Wassergüte von Oberflächen- und Grundwasser.

Dies führt zum einen häufiger zu Niedrigwasser in Fließgewässern bis zum Trockenfallen ganzer Gewässerabschnitte. Zum anderen führt Starkregen zu kleinräumigen Hochwasserereignissen, die Niedrigwassersituationen tendenziell nur kurz unterbrechen (siehe Indikator „Jahreszeitliche Auflösung der Abflüsse“). Daraus resultieren größere Anforderungen an das Rückhalte- und Ausgleichsvermögen der Oberflächenwasserspeicher. Außerdem wird zukünftig durch die Stilllegungen der Braunkohletagebaue weniger Sümpfungswasser in Flüsse eingeleitet werden. Gleichzeitig entsteht ein zusätzlicher Wasserbedarf zur Flutung der Tagebaurestseen des noch aktiven Bergbaus, der weiterhin notwendigen Nachsorge der entstandenen Bergbaufolgeseen und zur Auffüllung der Grundwasserabsenkungstrichter.

Dies betrifft, unter anderem, die größer werdenden Wasserflächen der Bergbaufolgeseen. Von diesem zusätzlichen Rückgang des Wasserdargebotes sind insbesondere die Flussgebiete der Weißen Elster mit Pleiße sowie der Schwarzen Elster, der Spree sowie der Lausitzer Neiße betroffen. In Verbindung mit der veränderten Niederschlagsverteilung wirkt sich die erhöhte Verdunstung negativ auf die Grundwasserneubildung aus (siehe Indikator „Entwicklung des GW-Standes“). In den Talsperren führen ausgeprägte Trockenperioden zu geringeren Zuflussmengen und in der Folge zu deutlich stärkeren inner- und überjährlichen Stauspiegelschwankungen. Die Veränderungen werden sich insgesamt regional unterschiedlich auf die Verfügbarkeit und Qualität von Rohwasser aus Grund- und Oberflächenwasser für die Trinkwasserversorgung, aber auch auf die Verfügbarkeit von Brauchwasser auswirken.

Die Wasserbeschaffenheit in Talsperren wird einerseits durch veränderte Temperaturbedingungen in den Talsperren beeinträchtigt (siehe Indikator „Schichtungsverhalten von TS im Frühjahr“). Andererseits leidet die Wasserqualität der Fließgewässer und Stauräume unter dem Eintrag von Schadstoffen, Nährstoffen und Feinsedimenten infolge von Erosion bei Starkregenereignissen. Die Beeinträchtigung der Grundwasserqualität erfolgt aufgrund der rückläufigen Grundwasserneubildung durch die damit verbundene Zunahme des Anteils geogener und anthropogener Stoffe im Wasser. Eine Erhöhung der Grundwassertemperatur kann diesen Effekt weiter verstärken.

Folgende Indikatoren bilden die Auswirkungen der Klimaentwicklung auf das Handlungsfeld Wasserwirtschaft ab:

I-W1 Jahreszeitliche Auflösung der Abflüsse

Als Indikator für langfristige Änderungen der Abflüsse (m³/s) können Trendaussagen zur Entwicklung des Hoch-, Mittel- und Niedrigwasser an weitgehend anthropogen unbeeinflussten Fließgewässern herangezogen werden.

I-W2 Schichtungsverhalten von Talsperren und Speichern im Frühjahr

Der Indikator zeigt Beginn und Länge der Frühjahrsvollzirkulation, die wesentlich zur Entwicklung der Wassergüte (sowohl unmittelbar im Frühjahr als auch nachhaltig auf deren weiteren Verlauf während des Sommerhalbjahres) beiträgt.

I-W3 Entwicklung des Grundwasserstands

Als Indikator für langfristige Änderungen der Wasserhaushaltsbilanz können Veränderungen aus überjährigen Trendaussagen des Grundwasserstandes und der Quellschüttung an weitgehend anthropogen unbeeinflussten Grundwassermessstellen bzw. natürlichen Quellaustritten des Landesmessnetzes Grundwasser herangezogen werden (Veränderung in mm)

Publikationen zum Thema

Klimawandel und Wasserhaushalt

Titelseite der Publikation Klimawandel und Wasserhaushalt mit Karte und Diagramm

Klimawandel und Talsperren

Bildschirmfoto der Titelseite der Publikation
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